Ursachen von Bluthochdruck: Hypertonie ist vielfältig

Ursachen von Bluthochdruck: Hypertonie ist vielfältigDie Ursachen von Bluthochdruck sind vielfältig – und genau das macht die Krankheit so tückisch und sorgt für eine weite Verbreitung innerhalb unserer Gesellschaft. Bluthochdruck ist längst zur Volkskrankheit geworden. In vielen Fällen fällt es schwer herauszufinden, wieso ein Patient überhaupt unter Bluthochdruck leidet.

Bei der Kategorisierung der Ursachen von Bluthochdruck muss zwischen primärer und sekundärer Hypertonie unterschieden werden. Zudem gibt es einige Sonderformen des Bluthochdrucks, die weder der einen, noch der anderen Kategorie zugeordnet werden können.

Im folgenden Artikel erhalten Sie einen ausführlichen Überblick über mögliche Ursachen von Bluthochdruck. Wir gehen dabei vor allem auf die Ursachen von primärer und sekundärer Hypertonie ein, erwähnen allerdings auch einige Sonderfälle.

Ursachen von primärer Hypertonie

Bei der primären Hypertonie tritt der Bluthochdruck nicht als Folge von anderen Erkrankungen auf. Vielmehr wird er in solchen Fällen aus einer Kombination verschiedener anderer Faktoren ausgelöst, die sich hauptsächlich auf die Lebensgewohnheiten beziehen und die wir Ihnen im Folgenden vorstellen werden. Beim Auftreten von Bluthochdruck lassen sich die Ursachen in 80 bis 90 Prozent der primären Hypertonie zuordnen.

  • Genetische Veranlagung
    Wenn nahe Verwandte bereits vermehrt unter Bluthochdruck leiden, dann ist das Risiko deutlich höher, dass man selbst auch zu Bluthochdruck neigt. Gegen die genetische Veranlagung kann man leider nichts unternehmen.
  • Übergewicht
    Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit (Adipositas) sind vor allem dann gefährlich, wenn sich das Fett in der Bauchregion und um die Taille herum ansammelt. Bauchfett führt beispielsweise dazu, dass das Risiko einer auftretenden Insulinresistenz steigt, die wiederum im schlimmsten Fall einen Typ-2 Diabetes zur Folge haben kann. Ist dies der Fall, reagieren die Zellen des Körpers nicht mehr auf das Hormon Insulin, sodass sie nicht mehr ausreichend mit Energie in Form von Glukose (= Zucker) versorgt werden können. In manchen Fällen kann eine Insulinresistenz auch zu Bluthochdruck führen.
  • Bewegungsmangel
    Bewegungsmangel wirkt sich auf so gut wie alle Komponenten des Körpers negativ aus. Man wird träge, die Lunge arbeitet ineffizient und Muskeln und Knochen fangen ganz allmählich an, ihre Konsistenz zu verlieren. Die Lösung: Ein moderates Ausdauertraining. Es spielt grundsätzlich keine Rolle, welche Sportart man dabei ausübt – die Hauptsache ist, dass man sich überhaupt bewegt. Bewegung hilft bei so gut wie allen Krankheiten und sollte alleine schon als Präventionsmaßnahme einen festen Platz im Alltag einnehmen.
  • Salzreiche Ernährung
    Eine salzreiche Ernährung kann zwar zu Bluthochdruck führen, jedoch weisen Experten immer wieder auf die individuelle Salzempfindlichkeit hin. Manche Menschen können große Mengen an Salz konsumieren und bekommen dadurch keinen erhöhten Blutdruck, andere Menschen hingegen schon. Hier muss man individuell herausfinden, zu welcher Gruppe man letztendlich gehört. Das lässt sich beispielsweise herausfinden, indem einige Tage lang sehr viel, an anderen Tagen sehr wenig Salz konsumiert und der Blutdruck dabei stets überwacht wird.
    In Deutschland gilt übrigens die Empfehlung von maximal sechs Gramm Salz pro Tag, die man – beispielsweise mit Fertigprodukten – sehr schnell überschreitet. Für eine Überschreitung des Grenzwertes reicht häufig bereits eine Tiefkühlpizza aus. Alarmierend: Sehr viele Menschen in Deutschland konsumieren am Tag zwischen zehn und zwanzig Gramm Salz.
  • Kaliumarme Ernährung
    Kalium ist der natürliche Gegenspieler von Salz. Dementsprechend kann sich eine kaliumarme Ernährung negativ auf den Blutdruck auswirken. Kalium findet man beispielsweise in Obst und Gemüse. Wer sich gesund ernährt, der nimmt deshalb über die Ernährung meist von sich aus bereits genügend Kalium auf.
  • Viel Alkohol
    Alkohol sorgt während des Konsums für einen kurzfristigen Anstieg des Blutdrucks. Dieser sinkt allerdings wieder ab, wenn der Alkohol nach einiger Zeit von der Leber abgebaut wurde. Wird regelmäßig und exzessiv Alkohol konsumiert, dann kann es zu einer chronischen Erhöhung des Blutdrucks kommen. Patienten mit Bluthochdruck sollten auf den Konsum von Alkohol deshalb weitestgehend verzichten.
  • Stimulantien (Kokain, Kaffee usw.)
    Es gibt zahlreiche Stimulantien, die sich ebenfalls – normalerweise nur temporär – auf den Blutdruck auswirken können. Dazu zählen sowohl legale Stimulantien (z. B. Kaffee) als auch illegale Substanzen (z. B. Kokain). Dennoch sollte Kaffee nicht per se verteufelt werden: Studien haben gezeigt, dass der Konsum von drei bis vier Tassen am Tag den Blutdruck dauerhaft senken kann.
  • Rauchen
    Der Genuss von Zigaretten, Zigarren und Shisha-Pfeifen führt dazu, dass die enthaltenen Schadstoffe die Innenwände der empfindlichen Blutgefäße angreifen – dies führt zum Beispiel zu einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose. Infolgedessen kann es zu Durchblutungsstörungen kommen, da die Blutgefäße ihre Elastizität verlieren und das Blut nicht mehr problemlos durch die Blutbahnen fließen kann. Die Folge: Eine Erhöhung des Blutdrucks.
  • Hohes Alter (Männer > 55 Jahre, Frauen > 65 Jahre)
    Im Alter lässt die Elastizität der Arterien auf natürliche Weise nach – dabei spielt es keine Rolle, ob man in den vergangenen Jahrzehnten seines Lebens gesund oder ungesund gelebt hat. Dies führt wiederum zwangsläufig zu einem erhöhten Blutdruck. Diese Aussage wird von der Statistik bestätigt: Ungefähr 75 Prozent aller Menschen zwischen 70 und 79 Jahren leiden unter Bluthochdruck.
    Doch Achtung: Der ungesunde Lebensstil unserer westlichen Gesellschaft führt mittlerweile auch dazu, dass Kinder und Jugendliche bereits unter Bluthochdruck leiden. Es handelt sich dabei also keinesfalls lediglich um eine Krankheit der älteren Semester.
  • Wechseljahre (nur bei Frauen)
    Die hormonelle Umstellung des weiblichen Organismus während der Wechseljahre kann ebenfalls Bluthochdruck zur Folge haben.
  • Stress
    In Zeiten des Burnout-Syndroms ist es nicht verwunderlich, dass Stress direkte negative Auswirkungen auf den Organismus haben kann. Man ist unausgeglichen, schläft schlecht und leidet unter Umständen unter einem zu hohen Blutdruck, der auf den Stress zurückgeführt werden kann. Der Grund: Stresshormone bewirken ein Zusammenziehen der Blutgefäße, was zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt. Hier hilft nur eines: Entspannung!

Zwar können sich alle hier genannten Ursachen von Bluthochdruck negativ auf diesen auswirken, das heißt jedoch noch lange nicht, dass übergewichtige Menschen, die einen sehr ungesunden Lebensstil pflegen, im Vergleich zu gesund lebenden Menschen zwangsläufig einen erhöhten Blutdruck haben müssen. Genetik und Veranlagung spielen hierbei eine sehr wichtige Rolle, die keinesfalls unterschätzt werden darf.

Ursachen von sekundärer Hypertonie

Bei der sekundären Hypertonie wird der Bluthochdruck erst durch das Vorhandensein anderer Krankheiten ausgelöst – oder durch die Einnahme von Medikamenten, mit denen eben diese Krankheiten behandelt werden sollen. Die sekundäre Hypertonie macht rund 10 bis 20 Prozent aller Fälle von Bluthochdruck aus.

  • Hormonhaltige Medikamente
    Verschiedenste Hormonpräparate können zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen. Dazu zählen beispielsweise Rheumamedikamente oder auch die Antibabypille. Dies deckt sich mit der Feststellung, dass auch die Wechseljahre der Frau zu Bluthochdruck führen können.
  • Cushing-Syndrom
    Beim Cushing-Syndrom produziert der Organismus zu viel Kortisol, welches normalerweise nur bei Stress ausgeschüttet wird. Das Hormon beeinflusst zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper und kann unter anderem zu einem erhöhten Blutdruck führen.
  • Conn-Syndrom
    Beim Conn-Syndrom befindet sich ein Tumor in der Nebenniere, der zu einer Überproduktion des Hormons Aldosteron führt. Große Mengen dieses Hormons führen zu Kaliummangel und Bluthochdruck, was sich wiederum in Form von Muskelschwäche, Herz-Rhythmusstörungen und Krämpfen äußern kann. In solchen Fällen muss der Tumor operativ entfernt werden – oder aber der Patient erhält Medikamente, die die Aldosteron-Produktion hemmen.
  • Phäochromozytom
    Auch in diesem Fall wächst innerhalb der Nebenniere ein Tumor, der vermehrt Stresshormone produziert. Die Folgen: Kopfschmerzen, Schwindel, Bluthochdruck und Herzrasen. Eine Kombination aus blutdrucksenkenden Medikamenten und einer Operation ist hier die ideale Behandlungsmethode.
  • Akromegalie
    Auch bei der Akromegalie kommt es zum Tumorwachstum. Diesmal allerdings im Bereich des Vorderlappens der Hirnanhangsdrüse. Der Tumor führt zu einer Überproduktion von Wachstumshormonen, die sich in Form einer Vergrößerung bestimmter Körperteile äußert. Auch ein erhöhter Blutdruck kann die Folge sein.
  • Androgenitales Syndrom
    Das androgenitale Syndrom ist eine genetisch bedingte Krankheit, die die Produktion der Hormone Aldosteron und Kortisol hemmt. Die Hormone müssen dem Organismus künstlich zugeführt werden – ansonsten droht Bluthochdruck.
  • Funktionsstörung der Schilddrüse
    Auch eine Funktionsstörung der Schilddrüse kann zu Bluthochdruck führen. Genauer gesagt: Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose).

Eine Besonderheit stellt das sogenannte metabolische Syndrom dar. Hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Übergewicht, Diabetes Typ-2, erhöhten Blutfettwerten und Bluthochdruck. Dieses Syndrom tritt besonders häufig innerhalb unserer westlichen Gesellschaft auf. 

Sonderfall 1: Bluthochdruck und Sport

Der Blutdruck steigt bei sportlicher Betätigung zwangsläufig an, da die Muskeln und Organe vermehrt mit Nährstoffen versorgt werden müssen. Nach dem Sport sinkt er normalerweise von ganz alleine wieder ab.

Patienten mit Bluthochdruck müssen diesen Anstieg bei sportlicher Aktivität bedenken, da dieser bei ihnen zu einem gefährlich hohen Blutdruckwert führen kann. Insbesondere Kraftsport in Kombination mit einer Pressatmung lässt den Wert des Blutdrucks massiv ansteigen.

Für das Herz-Kreislauf-System eignet sich Ausdauersport am besten, da dieser den Blutdruck nicht ganz so rapide ansteigen lässt. Auf lange Sicht gesehen spielt es keine Rolle, welche Sportart man ausübt: Sportliche Aktivität über einen längeren Zeitraum hinweg lässt den Blutdruck absinken.

Sonderfall 2: Bluthochdruck und Schwangerschaft

Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft können bei sechs bis acht Prozent aller Frauen zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen. Je älter die Frauen während der Schwangerschaft sind, desto höher ist gleichzeitig das Risiko für eine Erhöhung des Blutdrucks. Ärzte sind sich dieses Problems bewusst, weshalb bei schwangeren Frauen regelmäßig der Blutdruck kontrolliert wird. Auf diese Weise können im Falle des Falles entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Rein theoretisch gehört die Schwangerschaft übrigens zu den Ursachen für die sekundäre Hypertonie, da es sich dabei allerdings um keine Krankheit handelt, stellt sie einen Sonderfall dar.

Fazit: Ursachen von Bluthochdruck

Wie Sie sehen können, ist die Liste von möglichen Ursachen von Bluthochdruck schier endlos. Wenn Sie unter Bluthochdruck leiden und sichergehen wollen, weshalb dies der Fall ist, sollten Sie einen Arzt zu Rate ziehen, der sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Die Diagnose von Bluthochdruck ist einfach – die Entdeckung der Ursachen von Bluthochdruck nicht unbedingt.