Pulmonale Hypertonie: Erhöhter Blutdruck in der Lunge

Pulmonale Hypertonie: Erhöhter Blutdruck in der LungeBei der pulmonalen Hypertonie handelt es sich um eine spezielle Form des Bluthochdrucks, der sich hauptsächlich innerhalb des Lungenkreislaufes abspielt. Diese Form des Bluthochdrucks ist besonders gefährlich, da im Ernstfall eine Herz- oder Lungentransplantation notwendig ist, um das Leben des Patienten zu retten. Nach der Diagnose erwartet ihn ansonsten meist nur noch eine sehr geringe Lebenserwartung (im Durchschnitt drei Jahre). Häufig ist eine Rechtsherzinsuffizienz die Folge der pulmonalen Hypertonie, die auch als pulmonal-arterielle Hypertonie bezeichnet wird.

Die pulmonale Hypertonie wird diagnostiziert, indem der Blutdruck an der Lungenschlagader gemessen wird. Bei gesunden Menschen liegt dieser deutlich unter 20 mmHg, bei kranken Menschen bei circa 25 mmHg im Ruhezustand und bei 30 mmHg unter Belastung. Ist dies der Fall, leidet der Patient meist unter Müdigkeit, unter Kreislaufstörungen und unter einer mangelnden Leistungsfähigkeit.

Ein erhöhter Blutdruck im Lungenkreislauf kann entweder durch andere Erkrankungen verursacht werden – in diesem Falle spricht man von einer sekundären pulmonalen Hypertonie – oder von alleine auftreten – in diesem Fall spricht man von einer primären pulmonalen Hypertonie. Eine der häufigsten Ursachen ist die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die meist durch Rauchen verursacht wird.

Die Behandlung der Grunderkrankung ist meist die effektivste Behandlungsmethode bei pulmonaler Hypertonie.

Pulmonale Hypertonie: Symptome

Die Symptome, die bei einer pulmonal-arteriellen Hypertonie auftreten, sind recht eindeutig:

  • Brustenge (Angina pectoris)
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit
  • Kreislaufstörungen
  • Ohnmachtsneigung
  • Wassereinlagerungen
  • Bläuliche Hautfarbe (Zyanose)
  • Weißfärbung an Händen und Füßen (Raynaud-Syndrom)

Diagnose der pulmonalen Hypertonie

Der pulmonal-arterielle Blutdruck kann nicht einfach von außen gemessen werden. Stattdessen muss eine Herzkatheteruntersuchung oder eine Echokardiografie durchgeführt werden. Liegt der Blutdruck bei unter 20 mmHg, dann gilt der Patient als gesund. Bei einem Wert zwischen 21 und 24 mmHg handelt es sich bereits um eine latent pulmonale Hypertonie und ab einem Wert von 25 mmHg bezeichnet man die Erkrankung als manifeste pulmonale Hypertonie.

Weitere Methoden, die allerdings nicht so zuverlässig wie die zwei bereits vorgestellten Methoden sind, sind Röntgenaufnahmen des Brustkorbs, eine Blutuntersuchung, in seltenen Fällen eine Biopsie des Lungengewebes und der 6-Minuten-Gehtest. Bei der Blutuntersuchung wird spezielle auf den BNP-Wert geachtet. Dabei handelt es sich um sogenannte „brain natriuretic peptides“, die auf eine Herzinsuffizienz schließen lassen. Beim Gehtest wird überprüft, wie weit der Patient in sechs Minuten gehen kann. Je nach Blutdruck, der auf die Lunge wirkt, können hier recht schnell eindeutige Symptome festgestellt werden.

Ursachen einer primären pulmonalen Hypertonie

Die genauen Ursachen für das alleinige Auftreten von pulmonaler Hypertonie sind nicht bekannt, zudem die Lungenerkrankung nur sehr selten alleine auftritt. Man weiß allerdings, dass es bei Patienten zu folgenden Veränderungen im Körper kommt, wenn es keine andere Ursache für den erhöhten Blutdruck gibt:

Ursachen einer sekundären pulmonalen Hypertonie

Es gibt zahlreiche Grunderkrankungen, die eine sekundäre pulmonale Hypertonie zur Folge haben können. Dazu zählen in den meisten Fällen die folgenden Krankheiten:

  • Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
    Bei COPD verengen sich die Atemwege aufgrund von Entzündungen und die Lungenbläschen sterben nach und nach ab. Auf diese Weise wird die ausreichende Durchblutung im gesamten Körper erschwert – das Herz muss verstärkt pumpen, weshalb es auf Dauer zu einer Überlastung kommt.
  • Lungenembolie
    Bei einer Lungenembolie sorgt ein Blutgerinnsel dafür, dass die Lungenarterie verstopft wird. Aus diesem Grund bleibt die Sauerstoffversorgung des gesamten Organismus auf der Strecke. Im schlimmsten Fall droht der plötzliche Herztod.
  • Schlafapnoe
    Während einer Schlafapnoe kommt es zu einer Drucksteigerung innerhalb der Lungenarterien, die durch Atemstillstände in der Nacht verursacht werden.
  • Sichelzellenanämie
    Bei einer Sichelzellenanämie werden die roten Blutkörperchen nach und nach zerstört, weshalb es zu Blutarmut kommt. Infolgedessen werden Organe wie die Lunge beschädigt, sodass es zu einer pulmonalen Hypertonie kommen kann.
  • Weitere Erkrankungen
    Es existieren noch weitere Erkrankungen, die einen erhöhten Blutdruck innerhalb des Lungenkreislaufes begünstigen können. Dazu zählen beispielsweise AIDS und Asthma. Auch angeborene Herzfehler können für die Ausbildung der Erkrankung verantwortlich sein.

Wie wird die pulmonale Hypertonie behandelt?

Bei der Behandlung von pulmonaler Hypertonie geht es in erster Linie darum, notwendige Transplantationen zu vermeiden. Aus diesem Grund muss die Ursache so schnell wie möglich behandelt und beseitigt werden. Hat sich die pulmonale Hypertonie erst einmal manifestiert, dann kann man nicht mehr viel tun, um diese wieder loszuwerden.

Als sinnvoll hat sich die Gabe von Prostazyklinderivaten, Endothelin-Rezeptorantagonisten und PDE-5-Hemmern erwiesen. Des Weiteren kann eine Sauerstoffgabe von außen sinnvoll sein, wenn der Körper ansonsten nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt wird. Zur Vorbeugung von Embolien kann die präventive Gabe von Gerinnungshemmern sinnvoll sein.