Diuretika: Entwässerungstabletten gegen Bluthochdruck

Diuretika: Entwässerungstabletten gegen BluthochdruckDiuretika sind sanfte blutdrucksenkende Medikamente, die zu einer vermehrten Ausscheidung von Wasser und Natrium (= Salz) führen. Sie werden deshalb auch häufig als „Wassertabletten“ bzw. „Entwässerungstabletten“ bezeichnet. Zwar handelt es sich hierbei mit um die schwächsten Medikamente gegen Bluthochdruck, allerdings bedeutet eine schwache Wirkung meist auch geringere Nebenwirkungen.

Bei Diuretika handelt es sich um die ersten blutdrucksenkenden Medikamente, die noch vor ACE-Hemmern und Betablockern auf den Markt kamen. Sie sind dafür bekannt, besonders effektiv bei älteren Menschen und bei Frauen zu sein. Die Tabletten sind günstig im Preis und erzielen eine gute Wirkung. Sie werden häufig bei leichten Formen von Hypertonie eingesetzt und können außerdem mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten kombiniert werden, um deren Wirkung noch weiter zu verstärken.

Wie funktionieren Diuretika?

Diuretika sorgen dafür, dass die Nieren vermehrt Wasser und Natrium (= Kochsalz) ausscheiden. Der Körper wird also entwässert, weshalb man häufiger Wasserlassen muss. Weniger Flüssigkeit im Organismus bedeutet gleichzeitig einen niedrigeren Blutdruck, da der Druck innerhalb der Blutgefäße abnimmt. Die Wirkweise eines Diuretikums ist deshalb für jedermann nachvollziehbar und logisch.

Welche Arten des Diuretikums gibt es?

Man unterscheidet verschiedene Arten von Diuretika, die sich hinsichtlich ihres Wirkungsortes und ihres Wirkmechanismus voneinander unterscheiden. Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie wirken allesamt innerhalb der Nieren bzw. genauer gesagt in den Nierentubuli (Nephron). Grundsätzlich unterscheidet man vier verschiedene Arten des Diuretikums:

  • Benzothiadiazinderivate
    Hier wird die Natriumrückgewinnung zu Beginn des distalen Tubulus gehemmt. Die Wirkung tritt langsam und in einem mittelstarken Rahmen ein. Die Niere scheidet das Natrium also aus, anstatt es zurück in den Kreislauf zu führen.
  • Schleifendiuretika
    Schleifendiuretika wirken stark und führen zu einem sofortigen Wirkungseintritt. Auch sie hemmen die Natriumrückgewinnung, allerdings an einem anderen Wirkungsort: Am aufsteigenden Schenkel der Henle-Schleife.
  • Kaliumsparende Diuretika
    Kaliumsparende Diuretika halten Kalium vermehrt im Körper, wobei es sich bei Kalium um den Gegenspieler zu Natrium handelt. Zudem wird Natrium innerhalb eines kleinen Rahmens vermehrt ausgeschieden – die Natriumausscheidung erfolgt bei den anderen hier vorgestellten Arten des Medikamentes jedoch in einem größeren Rahmen.
  • Osmotisch wirksame Diuretika
    Der Wirkungsort von osmotisch wirksamen Diuretika ist der proximale Tubulus. Das Medikament bindet Wasser im Plasma.

Mögliche Nebenwirkungen eines Diuretikums

Zwar weisen Diuretika lediglich relativ schwache Nebenwirkungen auf, dennoch gibt es verschiedene Ansatzpunkte im Körper, an denen Nebenwirkungen auftreten können. Dazu zählen beispielsweise die Folgenden:

  • Allergische Reaktionen
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Wadenkrämpfe
  • Mundtrockenheit
  • Natriummangel
  • Kaliummangel
  • Magnesiummangel
  • Hohe Harnsäurewerte im Blut
  • Hohe Fett- und Blutzuckerwerte
  • Niedriger Blutdruck
  • Verminderte Zahl von Blutplättchen

Weniger trinken = niedrigerer Blutdruck?

Aufgrund der Wirkung des Diuretikums denken viele Menschen, dass sie statt Diuretika einzunehmen einfach nur weniger trinken müssten. Dies ist allerdings nicht der Fall. Die Nieren benötigen jeden Tag ausreichend Flüssigkeit (möglichst zwei bis drei Liter), damit diese richtig arbeiten und die Abfallprodukte des Stoffwechsels entsorgen können. Wenn nicht genügend getrunken wird, verbleiben diese im Körper. Infolgedessen kann es zu schweren Nierenerkrankungen kommen. Idealerweise wird der Flüssigkeitsbedarf des Organismus in Form von Wasser oder ungesüßten Tees gestillt.