Bluthochdruck: Definition und die wichtigsten Infos

Bluthochdruck: Definition und die wichtigsten InfosBluthochdruck wird in Fachkreisen auch als arterielle Hypertonie bzw. abgekürzt als Hypertonie bezeichnet. Der Begriff Hypertonie stammt aus dem Griechischen und kann in etwa mit „übermäßiges Spannen“ übersetzt werden – gemeint ist damit natürlich der Druck, der auf die Arterien einwirkt.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leidet ein Patient immer dann unter Bluthochdruck, wenn der systolische Blutdruck 140 mmHg und der diastolische Blutdruck 90 mmHg übersteigt. Gemeint sind damit dauerhaft vorhandene und situationsunabhängige Werte. Eine kurzfristige Erhöhung des Blutdrucks – zum Beispiel beim Sport oder in Gefahrensituationen – gilt deshalb nicht direkt als arterielle Hypertonie. Der Blutdruck sollte aus diesem Grund immer im Ruhezustand gemessen werden.

Werte, die zwischen 120 zu 80 mmHg und 140 zu 90 mmHg liegen, gelten als grenzwertig und sollten beobachtet werden. Werte unter 120 zu 80 mmHg gelten als normal und gesund.

Wie ist Bluthochdruck definiert?

Das Blut fließt durch die Arterien des Körpers wie Wasser durch ein Leitungsrohr. Je nach Intensität übt es dabei einen bestimmten Druck auf die Blutgefäße aus. Wenn der Grenzwert von 140 zu 90 mmHg überschritten wird, spricht man von Bluthochdruck. In diesem Fall kann sich der erhöhte Blutdruck schädlich auf die Gefäße und die inneren Organe auswirken. Es kann zu Langzeitschäden und zu Folgeerkrankungen kommen.

Bluthochdruck wird als arterielle Hypertonie bezeichnet, da der ausgeübte Druck auf das Blut vom Herzmuskel erzeugt wird. Arterien sind die Blutgefäße, die vom Herzen wegführen. Aus diesem Grund lastet der Druck hauptsächlich auf ihnen – sie liegen schließlich unmittelbar hinter dem Herzen. Erreicht das Blut die Venen, die wiederum zum Herzen hinführen, ist der Druck meist bereits abgeebbt und führt deshalb nicht mehr zu denselben Schädigungen, die er in den Arterien verursacht – wenn das Blut die Venen erreicht, hat es schließlich bereits den halben Körper durchquert.

Wie ist die Maßeinheit für Bluthochdruck definiert?

Die genaue Bezeichnet für die Abkürzung mmHg lautet Millimeter Quecksilbersäule bzw. Torr. Geht es um den Blutdruck, sind allerdings immer zwei Werte wichtig. Hierbei handelt es sich um den systolischen und den diastolischen Blutdruck.

Der systolische Blutdruck wird auch als erster oder oberer Wert bezeichnet. Er definiert den Druck, mit dem das Blut in die Arterien gepumpt wird, wenn sich das Herz zusammenzieht.

Der diastolische Blutdruck definiert hingegen den Druck, der gegeben ist, wenn das Herz wieder erschlafft. Aus diesem Grund ist der zweite Wert zwangsläufig niedriger als der erste.

Grundsätzlich sagt man, dass der diastolische Blutdruck wichtiger als der systolische Wert ist. Wenn der systolische Wert erhöht ist, ist dies nicht so fatal, wie wenn der untere Blutdruckwert erhöht ist. Das Risiko einer diastolischen Herzschwäche ist bei einem erhöhten diastolischen Blutdruck nämlich deutlich erhöht. Nichtsdestotrotz zählen bei der Diagnose von Bluthochdruck beide Werte in gleichem Maße.

Bluthochdruck ist nicht gleich Bluthochdruck

Es ist nur logisch, dass ein stark erhöhter Blutdruck gefährlicher als ein moderat erhöhter Blutdruck ist. Bluthochdruck wird aus diesem Grund in verschiedene Klassen unterteilt. Die verschiedenen Schweregrade können Sie unserer Blutdrucktabelle entnehmen. Der jeweilige Schweregrad entscheidet meist darüber, ob Medikamente direkt notwendig sind, oder ob man die Senkung des Blutdrucks erst mithilfe einer Lebensumstellung versucht zu behandeln.

Welche Arten von Bluthochdruck gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck.

Der primäre Bluthochdruck wird auch als essentielle Hypertonie bezeichnet und tritt ohne tatsächliche Ursache auf, die sich in Form von Krankheiten oder Medikamenten äußert. Stattdessen spielen hierbei zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle, wie beispielsweise das Alter, die Ernährungsweise, das Bewegungspensum und das Körpergewicht. Grundsätzlich lassen sich diese Faktoren unter dem Überbegriff „Lebensstil“ zusammenfassen.

Der sekundäre Bluthochdruck wird entweder durch Krankheiten oder durch bestimmte Medikamente ausgelöst. Prominente Beispiele sind dabei Nierenerkrankungen oder auch das sogenannte Cushing-Syndrom.

Zuletzt möchten wir noch die isolierte klinische Hypertonie erwähnen, die auch als Weißkittel-Bluthochdruck bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine Form des Bluthochdrucks, der nur innerhalb der Arztpraxis auftritt. Zuhause misst der Patient hingegen Blutdruckwerte, die sich innerhalb des Normalbereiches befinden. Dieses Phänomen ist durch die Anspannung beim Arzt zu erklären. Der Patient fürchtet sich in diesem Fall vor dem Gespräch oder der Untersuchung und weist deshalb einen erhöhten Blutdruck auf – ähnlich wie in einer Gefahrensituation. Aus diesem Grund wird beim Arzt bei der Feststellung des Blutdrucks meist ein pauschaler Wert abgezogen.

Wie häufig tritt Bluthochdruck auf?

Bluthochdruck ist hierzulande mittlerweile zur Volkskrankheit avanciert. Auch wenn sich die genannten Zahlen grundsätzlich von Quelle zu Quelle unterscheiden, geht man aktuell davon aus, dass rund jeder zweite (ältere Menschen) bzw. jeder dritte (Menschen mittleren Alters) Erwachsene in Deutschland unter Bluthochdruck leidet. Je älter die Menschen werden, desto höher ist das Risiko, dass sie an Bluthochdruck erkranken.

Die meisten Bluthochdruck-Patienten leiden dabei unter der primären Hypertonie – eine direkte Ursache in Form von Krankheiten oder Medikamenten kann bei ihnen also nicht gefunden werden. Ausschlaggebend ist hierbei also der (ungesunde) Lebensstil. Rund 90 Prozent aller Bluthochdruck-Patienten leiden unter dieser Form des Bluthochdrucks.

Aufgrund des ungesunden Lebensstils in Industrienationen leiden heutzutage nicht nur ältere Menschen unter Bluthochdruck, sondern auch bereits teils sehr junge Menschen. Bluthochdruck geht in solchen Fällen meist Hand in Hand mit einer ungesunden Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht.