Bluthochdruck und Übergewicht: Die Zusammenhänge

Bluthochdruck und Übergewicht: Die ZusammenhängeÜbergewicht und Fettleibigkeit sind weltweit jedes Jahr für mehrere Millionen Todesfälle verantwortlich. Der Grund: Übergewicht löst zahlreiche Krankheiten aus, die hauptsächlich das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel betreffen – beispielsweise Bluthochdruck und Diabetes.

Der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Übergewicht ist dabei glasklar: In Deutschland ist jeder zweite Erwachsene übergewichtig, jeder Dritte leidet unter Bluthochdruck. Die beiden Krankheiten gehen also Hand in Hand. Die einzige Lösung: Eine Reduktion des Körpergewichts.

Im folgenden Artikel klären wir, wie Übergewicht überhaupt definiert ist, gehen auf wichtige Zahlen und Fakten ein, sprechen über die tatsächlichen Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck und Übergewicht und zeigen Ihnen am Ende, was Sie gegen Übergewicht unternehmen können.

Was ist Übergewicht?

Man spricht dann von Übergewicht, wenn der Body-Mass-Index einer Person über einem Wert von 25 liegt. Fettleibig ist man hingegen ab einem Wert von 30. Ist dies der Fall, spricht man von Adipositas. Drei von vier adipöse Menschen leiden unter Bluthochdruck. Je schwerer man wird, desto höher ist das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.

Zahlen und Fakten

Grundsätzlich kann man sagen, dass der systolische Blutdruck um 3 mmHg und der diastolische Blutdruck um 2,3 mmHg steigt, wenn ein Patient 10 Kilogramm an Körpergewicht zunimmt. Dabei handelt es sich natürlich nur um Durchschnittswerte – individuell können die Zahlen variieren.

Doch bleiben wir einfachheitshalber bei den Durchschnittswerten: Findet eine Erhöhung des Körpergewichts um 10 Kilogramm statt, dann steigt das Risiko für einen Schlaganfall gleichzeitig um 24 Prozent. Das Risiko für allgemeine Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt hingegen um immerhin 12 Prozent an.

An diesen Zahlen erkennt man bereits, wie gefährlich Übergewicht sein kann. Nun bleibt es bei den meisten Übergewichtigen nicht nur bei 10 Kilogramm über dem Normalgewicht. Viele liegen gut und gerne 20 bis 40 Kilogramm über den Normalwerten. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck erreicht dabei exorbitante Höhen.

Übrigens: Bei Übergewicht muss es sich nicht zwangsläufig um Fettgewebe handelt. Auch wer große Mengen an Muskelmasse aufbaut, leidet prinzipiell unter Übergewicht und erhöht sein persönliches Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken.

Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und Übergewicht

Menschen, die unter Übergewicht leiden, verfügen logischerweise über mehr Gewebe im Körper als es bei Normalgewichtigen der Fall ist. Mehr Gewebe bedeutet gleichzeitig natürlich auch einen höheren Sauerstoffbedarf, der vom Blut gedeckt werden muss. Es existieren einfach mehr Körperzellen, die allesamt nach Sauerstoff und Nährstoffen verlangen.

Um diesen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf zu decken, muss der Herzmuskel größere Mengen an Blut durch den Organismus pumpen. Außerdem erhöht sich das Blutvolumen im Laufe der Zeit. Je mehr man auf die Waage bringt, über desto mehr Blutvorräte verfügt man zwangsläufig.

Während der Widerstand innerhalb der Blutgefäße bei normalgewichtigen Menschen sinkt (zum Beispiel bei sportlicher Betätigung), damit es eben nicht zur Entstehung von Bluthochdruck kommt, zeigt dieser Mechanismus bei Übergewichtigen meist keinerlei Wirkung oder wurde bereits komplett ausgereizt. Dem Organismus bleibt also nichts weiter übrig, als den Blutdruck zu erhöhen.

Botenstoffe fungieren als natürliche Blutdrucksenker

Beim Thema Bluthochdruck rückt immer wieder der Botenstoff ANP in den Fokus der Wissenschaft. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Eiweiß, das den Blutdruck auf natürliche Weise reguliert. Dies geschieht, indem ANP die glatte Muskulatur der Gefäße entspannt. Außerdem sorgt es dafür, dass genügend Urin ausgeschieden wird – auch auf diese Weise kann der Blutdruck gesenkt werden.

Für Übergewichtige spielt der Botenstoff also eine wichtige Rolle. Das Problem dabei ist allerdings, dass ANP gerade bei stark übergewichtigen Menschen lediglich in sehr geringen Mengen im Blutkreislauf vorhanden ist – obwohl er gerade bei solchen Menschen außerordentlich wichtig wäre, um den Blutdruck zu normalisieren. Dabei stellt sich die Frage, wieso Übergewichtige lediglich über so geringe Mengen an ANP verfügen.

Große Mengen an Insulin beseitigen ANP

Im Jahr 2012 wurde eine Studie veröffentlicht, die gezeigt hat, dass der Botenstoff ANP aus dem Blutkreislauf verdrängt wird, wenn sich gleichzeitig größere Mengen an Insulin darin befinden.

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird und dafür sorgt, dass Glukose (also Zucker) aus dem Blutkreislauf an die Körperzellen weitergegeben wird. Es senkt also den Blutzuckerspiegel und versorgt den Körper mit Energie. Diabetiker müssen dieses Hormon meist künstlich zuführen.

Nun schüttet der Körper vor allem dann große Mengen an Insulin aus, wenn der Patient viel Nahrung aufnimmt oder über viel Fettgewebe verfügt – was bei Übergewichtigen normalerweise der Fall ist. Der Insulinspiegel ist also dauerhaft erhöht, wohingegen die Konzentration des Botenstoffes ANP minimiert wird. Des Weiteren stimuliert das Hormon Insulin das sympathische Nervensystem, wodurch der Blutdruck ebenfalls erhöht wird.

Diese Erkenntnis kann sowohl bei der Behandlung von Diabetes als auch bei der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden, um für den Patienten die bestmögliche Medikation zu erzielen.

Übergewicht erfolgreich bekämpfen

Die Theorie über Hormone und Botenstoffe ist zwar interessant, jedoch gibt es bei Übergewicht eigentlich nur eine vernünftige Lösung: Abnehmen.

Eine Gewichtsreduktion hilft nicht nur bei Bluthochdruck, sondern wirkt sich auch auf alle anderen Teile des Körpers positiv aus – insbesondere aber auf das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel.

Wir möchten an dieser Stelle keinen großen Ratgeber darüber verfassen, wie man am besten an Gewicht verliert – diese Aufgabe haben bereits viele andere Websites übernommen. Wir möchten Ihnen dennoch zwei hilfreiche Tipps an die Hand geben, die Ihnen beim Abnehmen sicherlich helfen werden: Sorgen Sie für mehr Bewegung in Ihrem Leben und ernähren Sie sich gesund!