Bluthochdruck-Symptome: Meist nicht eindeutig erkennbar!

Bluthochdruck-Symptome: Meist nicht eindeutig erkennbar!Erhöhter Blutdruck wird häufig auch als „schleichender Tod“ bezeichnet, da eindeutig erkennbare Bluthochdruck-Symptome in den meisten Fällen gänzlich fehlen. Der erhöhte Blutdruck wütet daher oft über viele Jahre hinweg unkontrolliert in den Blutbahnen und richtet dort massive Schäden an, die zu verschiedenen Folgeerkrankungen führen können.

Aufgrund der fehlenden Symptome wird Bluthochdruck häufig erst bei Routineuntersuchungen diagnostiziert. Folgeerkrankungen haben sich zu diesem Zeitpunkt meist bereits manifestiert und müssen unbedingt behandelt werden. Keinesfalls sollte man die Diagnose, die bei Routineuntersuchungen nebenbei erfolgt, als unwichtig abstempeln und ignorieren. Dem erkannten Bluthochdruck muss unbedingt weiter nachgegangen werden!

Das Tückische bei erhöhtem Blutdruck: Bluthochdruck sollte so früh wie möglich behandelt werden, um Spätfolgen bestmöglich zu verhindern. Die fehlenden bzw. schlecht erkennbaren Bluthochdruck-Symptome verhindern dies jedoch in den meisten Fällen. Bleibt Bluthochdruck über einen längeren Zeitraum hinweg unbehandelt, drohen im schlimmsten Fall Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch andere Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen, können entstehen.

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Symptome werden oft anderen Ursachen zugeschrieben

Obwohl Bluthochdruck als „schleichender Tod“ bezeichnet wird, gibt es durchaus Symptome, an denen ein erhöhter Blutdruck erkannt werden kann. Das Problem ist dabei jedoch, dass die Bluthochdruck-Symptome oft sehr allgemein sind und zahlreichen anderen Erkrankungen zugeschrieben werden können. Nicht selten kommt es zudem vor, dass sie als Folge von Stress auf der Arbeit gedeutet werden. An Bluthochdruck denken dabei die wenigsten Menschen.

Im Folgenden erhalten Sie eine ausführliche Übersicht über eventuell auftretende Symptome bei Bluthochdruck, denen man unbedingt nachgehen sollte:

  • Herzklopfen/Herzrasen
  • Nervosität/Gereiztheit
  • Kurzatmigkeit
  • Atemnot bei körperlicher Belastung
  • Schwindel
  • Schlafstörungen 
    Schlafstörungen treten bei Patienten mit Bluthochdruck auf, weil der Blutdruck bei ihnen in der Nacht nicht in dem Maße absinkt wie es normalerweise bei gesunden Menschen der Fall wäre. Den Patienten fällt es deshalb schwer ein- bzw. durchzuschlafen. Sie wachen immer wieder auf und haben dann noch mehr Probleme beim Einschlafen als vorher.
  • Ohrensausen
  • Müdigkeit
    Die Müdigkeit bei Bluthochdruck ist meist den Schlafstörungen geschuldet.
  • Rotes Gesicht (erkennbare rote Äderchen)
    Wenn Blut mit hohem Druck durch die Arterien und Venen des Körpers gepumpt wird, dann bleibt eine Verfärbung der Gesichtshaut nicht aus. Die Haut im Gesicht ist relativ dünn, weshalb man die Äderchen hier am deutlichsten erkennen kann, was bei den meisten anderen Körperteilen nicht der Fall ist. Ein ähnliches Phänomen tritt übrigens beim Konsum von Alkohol auf.
  • Sehstörungen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Schweißausbrüche
  • Erektionsstörungen
  • Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)
  • Kopfschmerzen
    Während des nächtlichen Schlafes sinkt der Blutdruck normalerweise signifikant ab. Dies ist bei Patienten mit Bluthochdruck nicht der Fall. Die Folge: Der Patient kann nicht ein- bzw. durchschlafen. Am nächsten Tag fühlt er sich dadurch wie gerädert und hat meist mit Kopfschmerzen zu kämpfen, die im Hinterkopf sitzen. Im Laufe der ersten Stunden des neuen Tages legen sich diese Kopfschmerzen allerdings häufig wieder.

Sonderfall: Wechseljahre der Frau

Die Symptome der Wechseljahre der Frau und die Bluthochdruck-Symptome ähneln sich enorm – sie sollten allerdings keinesfalls miteinander verwechselt werden. Wenn Sie sich nicht zu 100 Prozent sicher sind, dass die Symptome durch die Wechseljahre verursacht werden, dann sollten Sie unbedingt einen Arzt zu Rate ziehen, der Sie im Hinblick auf Bluthochdruck untersucht.

Der Extremfall: Die hypertensive Krise

In schwierigen Stresssituationen, bei enormer körperlicher Anstrengung und bei Panikattacken schießt der Blutdruck in die Höhe – dabei spielt es keine Rolle, ob man gesund ist oder unter Bluthochdruck leidet. Patienten mit Bluthochdruck können in solchen Fällen allerdings eine sogenannte hypertensive Krise erleiden, da der Blutdruck exorbitante Größenordnungen annehmen kann. Ist dies der Fall, ist besondere Vorsicht geboten!

Tritt eine hypertensive Krise auf (ab Werten von 230/130 mmHg), kann es zu Bewusstseinsstörungen, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindel und einem Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) kommen. Auch Organschäden aufgrund des zu hohen Blutdrucks liegen im Rahmen des Möglichen. In solchen Fällen sollte man sofort einen Arzt aufsuchen oder sogar den Notarzt alarmieren. Es besteht Lebensgefahr.

Symptome der typischen Folgeerkrankungen

Wenn Bluthochdruck nicht im Vorfeld diagnostiziert und behandelt wird, dann wird er meist erst dann entdeckt, wenn die Folgeerkrankungen zutage treten und der Patient deshalb gründlich von seinem Arzt untersucht wird. Häufige Symptome der typischen Folgeerkrankungen sind dabei die folgenden:

  • Koronare Herzkrankheit
    Symptome: Herzschmerzen und ein Engegefühl in der Brust (Angina pectoris).
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)
    Symptome: Schmerzen in den Beinen.
  • Herzinsuffizienz 
    Symptome: Wassereinlagerungen und verringerte Leistungsfähigkeit.
  • Hypertensive Retinopathie
    Symptome: Sehstörungen bis hin zur Erblindung
  • Herzinfarkt
    Symptome: Vor allem Engegefühl in der Brust, Brustschmerzen, „Todesangst“ und Atemnot.
  • Schlaganfall
    Symptome: Schädigung der Hirngefäße.
  • Nierenversagen
    Symptome: Veränderung der Nierengefäße führt zu Niereninsuffizienz.

Fazit: Bluthochdruck-Symptome sind schwierig zu erkennen

Letztendlich sollte man sich bei der Diagnose von Bluthochdruck nicht nur auf erkennbare Symptome verlassen. Stattdessen sollte man seinen Blutdruck in regelmäßigen Abständen selbst kontrollieren bzw. vom Arzt oder den Krankenschwestern kontrollieren lassen. Oftmals ist auch eine Blutdruckmessung in der Apotheke möglich. Sie sollten dabei immer im Hinterkopf behalten, dass ein unbehandelter Bluthochdruck zu verheerenden Folgeerkrankungen führen kann. Je früher der erhöhte Blutdruck behandelt wird, desto weniger Schaden kann er im Organismus anrichten.