Bluthochdruck und Rauchen: Eine gefährliche Kombination

Bluthochdruck und Rauchen: Eine gefährliche KombinationWer täglich mehrere Zigaretten raucht, der wird über kurz oder lang zwangsläufig an Bluthochdruck erkranken. Der Grund: Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg fressen sich die schädlichen Inhaltsstoffe von Zigaretten immer weiter in den Organismus und verursachen dort von Jahr zu Jahr gravierendere Schäden, die nicht selten mit einem Herzinfarkt enden.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wieso Zigaretten im Körper überhaupt zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen und welche Konsequenzen Langzeit-Rauchern drohen. Bluthochdruck und Rauchen – eine Kombination, die so gut wie immer Hand in Hand geht.

Wie reagiert der Körper auf das Rauchen einer Zigarette?

Der Konsum einer Zigarette führt bereits nach wenigen Sekunden zu einer Erhöhung des Blutdrucks. Die ausschlaggebendste Ursache dafür ist die Reaktion des Nervensystems auf das in Zigaretten enthaltene Zellgift Nikotin, das gleichzeitig für den Suchtfaktor von Zigaretten verantwortlich ist. Das Nervensystem reagiert unmittelbar auf die Substanz und sorgt dabei für verschiedene Veränderungen im Organismus, die diesen in eine Art Alarmzustand versetzen:

  1. Verengung der Blutgefäße

    Durch eine Verengung der Blutgefäße kann das Blut nicht mehr mit einer normalen Geschwindigkeit durch die Arterien und Venen gepumpt werden. Die Folge: Der Druck muss erhöht werden, um auch weit entfernte Körperteile zu erreichen und mit Sauerstoff zu versorgen (zum Beispiel die Beine).
  2. Herzfrequenz erhöht sich

    Auch die Erhöhung der Herzfrequenz ist ein Faktor, der sich auf den Blutdruck auswirken kann. Außerdem kann es auf Dauer zu einer Überbeanspruchung des Herzens kommen, wenn dieses dauerhaft mit einer hohen Frequenz arbeiten muss. Herzrhythmusstörungen können die Folge sein.
  3. Schädigung der Blutgefäße

    Zigaretten enthalten zahlreiche Schadstoffe, die die Innenwände der Blutgefäße nach und nach zerstören. Es kommt dadurch über kurz oder lang zu einer Vernarbung der Innenwände, wodurch der gesamte Durchmesser der Blutgefäße verkleinert wird. Der Blutdruck steigt, um diese Veränderung bewältigen zu können (siehe 1.: Verengung der Blutgefäße).
  4. Verminderung der Fließgeschwindigkeit des Blutes

    Aufgrund der in Zigaretten enthaltenen Schadstoffe kommt es häufig zu einer Verdickung des Blutes. Folglich fließt es nicht mehr so effektiv durch die Blutbahnen wie zuvor. Es wird regelrecht zähflüssig, kann verklumpen, gerinnen und somit zu Herzinfarkten führen.

Laut einiger aktueller Studien erhöht sich der Blutdruck beim regelmäßigen Konsum von Zigaretten um durchschnittlich 7 bis 10 mmHg. Direkt nach dem Zug an der Zigarette kann er sich sogar um bis zu 30 mmHg erhöhen. Dieser Effekt hält allerdings glücklicherweise nur wenige Minuten an. Wenn man nun jedoch über den gesamten Tag verteilt im Minutentakt Zigaretten konsumiert, wie es bei einem Großteil der Raucher häufig der Fall ist, dann ist der Blutdruck einen großen Teil des Tages um bis zu 30 mmHg erhöht – lediglich in der Nacht kann sich der Körper erholen.

Konsequenzen für Langzeit-Raucher

Wer jahrelang konsequent raucht, der wird früher oder später nicht nur mit Bluthochdruck zu kämpfen haben, sondern zusätzlich mit einigen noch gefährlicheren Folgen, die den Körper nicht langsam dahinraffen wie ein erhöhter Blutdruck, sondern innerhalb von kürzester Zeit.

Der Grund: Der Körper schafft es nach einigen Jahren nicht mehr, jeden Teil des Organismus mit genügend Sauerstoff und genügend Nährstoffen zu versorgen. Dadurch kann es zu schmerzhaften Durchblutungsstörungen kommen. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Absterben des Gewebes aufgrund von Sauerstoffmangel. In diesem Fall leidet der Patient häufig unter einem sogenannten Raucherbein. Die Beine sind deshalb so häufig betroffen, weil sie von allen Körperteilen am weitesten entfernt vom Herzen liegen. Das Risiko, dass gerade diese Körperteile in Mitleidenschaft gezogen werden, ist deshalb am höchsten.

Des Weiteren kann es bei Langzeit-Rauchern zur Entstehung der Krankheit Arteriosklerose kommen. Umgangssprachlich handelt es sich dabei um eine Arterienverkalkung, die den nutzbaren Durchmesser der Blutgefäße verkleinert. Wenn die Blutbahnen erst einmal durch verschiedene Faktoren wie Arteriosklerose und Vernarbung komplett verstopft sind, kommt es recht schnell zum Herzinfarkt, der nicht selten tödlich endet.

Weitere Erkrankungen, die durch jahrelangen Zigarettenkonsum ausgelöst werden können, sind Nierenerkrankungen, Schädigungen der Augen, verschiedenste Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und Schlaganfälle. Selbst die Cholesterinwerte können infolge von Zigarettenkonsum steigen.

Bluthochdruck und Rauchen: Keine gesunde Kombination

Anhand der hier genannten Fakten fällt es nicht schwer festzustellen, dass Bluthochdruck und Rauchen keine gesunde Kombination ist. Selbst wenn zu Beginn der Raucherkarriere kein Bluthochdruck besteht, sollte man gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen – früher oder später kommt es nämlich zwangsläufig zu einer Erhöhung des Blutdrucks.

Nikotin ist – ähnlich wie Alkohol – ein Zellgift. Es strömt durch den gesamten Organismus und schädigt dort so gut wie jeden Körperteil und jedes Organ. Die Liste von Krankheiten, deren Entstehung durch Bluthochdruck und Rauchen gefördert wird, ist schier endlos. Das Immunsystem wird zudem geschwächt und bestehende Krankheiten verheilen langsamer, als es normalerweise der Fall wäre.

Die Lösung: Rauchentwöhnung

Zugegeben: Wer einmal süchtig nach Nikotin ist, der kommt so schnell nicht mehr von der Substanz los. Es gibt allerdings zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten von Nikotinsucht, auf die wir an dieser Stelle jedoch nicht eingehen möchten, da diese den Rahmen des Artikels sprengen würden. Wer jedoch die Suchmaschine Google befragt, der wird recht schnell fündig werden.

Eines sollte unseren Lesern jedoch gesagt sein: Selbst wenn man mehrere Jahrzehnte geraucht hat, lohnt es sich immer noch aufzuhören. Jede Zigarette zählt. Insbesondere wenn man die Raucherkarriere komplett an den Nagel hängt, kann sich der Körper zumindest teilweise wieder regenerieren.

Hat man es einmal geschafft, über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen hinweg „clean“ zu leben, ist das Schlimmste überstanden. Danach handelt es sich bei der Nikotinsucht „nur“ noch um ein rein psychisches Problem, da man es gewöhnt ist, in verschiedenen Situationen zur Zigarette zu greifen (zum Beispiel beim Warten auf den Bus). Sprich: Das körperliche Verlangen nach einer Zigarette ist nicht mehr da – die Gewohnheit allerdings schon.