Bluthochdruck und Alkohol: Die Menge macht das Gift

Bluthochdruck und Alkohol: Die Menge macht das GiftIn Bezug auf Bluthochdruck und Alkohol gibt es grundsätzlich zwei vorherrschende Meinungen: Die einen sagen, dass Alkohol den Blutdruck senke, die anderen behaupten, dass er den Blutdruck erhöhe. Wir sagen: Beide Parteien haben in gewisser Weise recht!

Nichtsdestotrotz sehen wir die Kombination aus Bluthochdruck und Alkohol als äußerst kritisch an. Unter gewissen Umständen hat Alkohol zwar tatsächlich gewisse positive Effekte auf den Blutdruck, insgesamt gesehen überwiegen jedoch die Nachteile.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles, was Sie über das Thema Bluthochdruck und Alkohol wissen müssen. Welche Effekte gehen von Alkohol aus? Wie stark erhöht sich der Blutdruck durch den Konsum? Und warum kommt es überhaupt zu einer Erhöhung des Blutdrucks, wenn man Alkohol zu sich nimmt?

Welche Effekte hat Alkohol auf den Blutdruck?

Zunächst einmal möchten wir auf die positiven Seiten von Alkohol eingehen: Es ist tatsächlich so, dass ein bis zwei Gläser den Blutdruck kurzfristig senken können. Dieser Effekt ist der gefäßerweiternden Eigenschaft des Alkohols geschuldet. Er tritt allerdings nur dann zutage, wenn der Konsument entspannt ist und dabei keine Zigaretten raucht.

Werden hingegen größere Mengen an Alkohol konsumiert, dann steigt der Blutdruck unaufhörlich an. Das kann auch bei geringeren Mengen passieren, wenn der Konsument dabei unter Stress steht oder gleichzeitig zur Zigarette greift.

Des Weiteren spielt auch das Geschlecht eine wichtige Rolle. Während sich der Blutdruck bei Männern ab circa 30 Gramm Alkohol erhöht, sind bei Frauen lediglich 20 Gramm notwendig.

Wenn man von diesen Fakten ausgeht, dann erhöht Alkohol grundsätzlich den Blutdruck. Die eine Ausnahme, die wir zu Beginn genannt haben, kommt schließlich eher selten vor, da die meisten Menschen – wenn sie einmal mit dem Trinken anfangen – so schnell nicht mehr aufhören.

Wie stark erhöht Alkohol den Blutdruck?

Grundsätzlich ist das Maß der Erhöhung des Blutdrucks beim Konsum von Alkohol individuell unterschiedlich. Nichtsdestotrotz kann man als ungefähren Anhaltspunkt sagen, dass der obere – also der systolische – Wert um bis zu 7 mmHg, der untere – also der diastolische – Wert hingegen um bis zu 5 mmHg ansteigt.

Wenn man ein Mann oder Raucher ist, dann kann die Erhöhung des Blutdrucks natürlich auch in einem höheren Maße ansteigen.

Warum erhöht Alkohol den Blutdruck?

Die tatsächlichen Vorgänge im Organismus sind noch nicht vollends erforscht. Dennoch weiß man heute, dass der Konsum von Alkohol im Gehirn zu einer Ausschüttung von Hormonen führt, die den Blutdruck erhöhen. Das merkt man beim Trinken bereits daran, dass sich die Herzfrequenz unweigerlich erhöht und das Gesicht des Trinkers die typische rötliche Färbung annimmt.

Des Weiteren dürfen die indirekten Faktoren nicht unerwähnt bleiben. Wer regelmäßig sehr viel Alkohol trinkt, der neigt auf lange Sicht gesehen zu Übergewicht. Bei übergewichtigen Menschen erweitert sich das Gefäßsystem zwangsläufig, sodass das Herz mehr Energie dafür aufwenden muss, dass Blut in der richtigen Geschwindigkeit durch den Körper zu pumpen – der Blutdruck erhöht sich also.

Des Weiteren existiert oft ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem übermäßigen Konsum von Salz. Auch wenn jeder Mensch unterschiedlich auf Salz reagiert, gilt die Substanz grundsätzlich als eine Ursache von Bluthochdruck.

Wie viel Alkohol darf man trinken?

Zwar kennt man keine genauen Zahlen, jedoch geht man davon aus, dass sich der Blutdruck auf Dauer nicht verändert, wenn man täglich lediglich ein bis zwei Gläser Wein oder Bier zu sich nimmt. Männer dürfen insgesamt bis zu 30 Gramm Alkohol am Tag, Frauen bis zu 20 Gramm pro Tag zu sich nehmen. Alles, was darüber hinausgeht, erhöht den Blutdruck mit einer hohen Wahrscheinlichkeit.

Fazit: Bluthochdruck und Alkohol

Patienten, die unter Bluthochdruck leiden, sollten so gut es geht auf Alkohol verzichten. Schließlich handelt es sich bei Alkohol immer noch um ein Zellgift, das jeden Teil des Körpers schädigt – ähnlich wie Bluthochdruck.

Des Weiteren sollte man nicht auf Menschen hören, die von schützenden Effekten von Wein auf das Gefäßsystem sprechen. Diese Effekte scheint es zwar tatsächlich zu geben, die negativen Effekte überwiegen jedoch zweifelsfrei.