Blutdruck messen: So erfolgt die Blutdruckmessung richtig

Blutdruck messen: So erfolgt die Blutdruckmessung richtigBlutdruck messen ist eine der am häufigsten durchgeführten Routineuntersuchungen, die meist zu Beginn eines Arztbesuches standardmäßig durchgeführt wird. Für eine Blutdruckmessung ist kaum Aufwand nötig, allerdings birgt eine frühzeitige Diagnose von Bluthochdruck für den Patienten enorme Vorteile. Denn: Je früher Bluthochdruck festgestellt wird, desto eher können Folgeerkrankungen und Schädigungen der Blutgefäße verhindert werden.

Grundsätzlich wird beim Blutdruck messen der Druck innerhalb der Arterien bestimmt. Der Blutdruck wird hauptsächlich durch die Pumpleistung des Herzens, durch die Fließeigenschaft des Blutes und durch die Eigenschaften der Blutgefäßwände beeinflusst. Als Ergebnis der Messung kommen dabei zwei Werte heraus – der systolische und der diastolische Blutdruck. Sie werden in der Einheit Millimeter-Quecksilbersäule (mmHg) angegeben.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Blutdruck messen richtig durchgeführt wird und welche Methoden es generell zur Feststellung des Blutdruckes gibt.

Blutdruck messen: Die indirekte Methode

Die indirekte Blutdruckmessung erfolgt entweder mithilfe einer Druckanzeige und eines Stethoskops oder in Form einer oszillometrischen Blutdruckmessung.

Bei der ersten Methode bindet der Arzt oder die Krankenschwester eine luftleere Blutdruckmanschette um den Oberarm des Patienten und pumpt diese auf 200 mmHg auf. Dieser Druck sollte selbst bei Patienten mit extrem hohem Blutdruck höher sein als der arterielle Blutdruck. Zu diesem Zeitpunkt fließt aufgrund des hohen Druckes der Manschette kein Blut mehr in Richtung Ellenbogen.

Währenddessen kontrolliert der behandelnde Arzt mithilfe eines Stethoskops die Strömungsgeräusche in der Ellenbeuge. Hierbei handelt es sich um die sogenannten Korotkow-Geräusche. Sie sollten zu diesem Zeitpunkt nicht wahrnehmbar sein, da kein Blut durch den Ellenbogen pulsieren kann.

Nun wird die Luft aus der Blutdruckmanschette abgelassen, wobei der Arzt die Druckanzeige im Auge behält. Früher oder später werden über das Stethoskop Blutströmungsgeräusche wahrnehmbar sein. Diese zeigen an, dass der Druck in der Blutdruckmanschette den Blutdruck innerhalb der Arterien unterschritten hat – es fließt wieder Blut. Wenn Strömungsgeräusche vernehmbar sind, dann befindet sich das Herz aktuell in der Phase der Systole, sind sie nicht wahrnehmbar, befindet es sich in der Phase der Diastole.

Anhand der Druckanzeige kann der Arzt nachvollziehen, ab welchem Druckwert das Blut wieder fließt. Hierbei handelt es sich um den aktuellen Blutdruck des Patienten.

Eine Alternative stellt die oszillometrische Blutdruckmessung dar. Hierbei handelt es sich um eine Methode, die die meisten Leser von Ihrem Großvater oder Ihrer Großmutter kennen, die solch ein Gerät mit Sicherheit bei sich zuhause haben. Hierbei handelt es sich um ein batteriebetriebenes Gerät, das den Blutdruck automatisch ermittelt.

Bei dieser Methode wird ebenfalls eine Blutdruckmanschette am Oberarm befestigt, die sich automatisch mit Luft füllt. Das Gerät lässt die Luft daraufhin nach und nach ab und registriert dabei das Pulsieren der Schlagader des Patienten. Der Blutdruck wird dabei selbstständig vom Gerät gemessen und am Ende der Untersuchung auf einem kleinen LCD-Monitor angezeigt.

Blutdruck messen: Die direkte Methode

Bei der direkten Methode sticht der Arzt eine Kanüle in die Schlagader, die mit einem Schlauch verbunden ist, der eine Kochsalzlösung enthält. Der Einstich kann wahlweise am Arm, am Fußrücken oder an der Leiste erfolgen. Die Kochsalzlösung kommt nun in Kontakt mit der sogenannten Blutdruckwelle, deren Impuls wiederum an einen Druckwandler weitergeleitet wird. Das mechanische Signal der Blutdruckwelle wird nun in ein elektrisches Signal umgewandelt und auf dem Monitor als systolischer bzw. diastolischer Blutdruckwert angezeigt.

Langzeitblutdruckmessung (24-Stunden-Blutdruckmessung)

Wenn der Arzt vermutet, dass es beim Patienten über den Tag verteilt zu Schwankungen des Blutdrucks kommen könnte, ordnet er für gewöhnlich eine Langzeitblutdruckmessung an, um dem Problem auf den Grund zu gehen. Auch die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten kann auf diese Weise effektiv nachvollzogen werden.

Bei der 24-Stunden-Blutdruckmessung wird der Patient an ein tragbares Gerät angeschlossen, welches den Blutdruck fortan dauerhaft aufzeichnet. Dabei werden die Werte nicht ständig aufgezeichnet, sondern lediglich ab und zu. Die Messung erfolgt hierbei wie bei einer oszillometrischen Blutdruckmessung. Nach 24 Stunden sucht man erneut den Arzt auf, der das Gerät wieder entfernt, an den Computer anschließt und anschließend auswertet.

Damit die aufgezeichneten Werte nachvollzogen werden können, ist es unerlässlich, aufzuschreiben, wann es zu Besonderheiten im Alltag kam, die den Blutdruck massiv beeinflusst haben könnten (Sport, Sex, Schlaf etc.).

Blutdruck messen in den eigenen vier Wänden

Mithilfe der oszillometrischen Blutdruckmessung haben Patienten das ideale Werkzeug, um ihren Blutdruck zuverlässig und selbstständig Zuhause feststellen zu können. Dabei sollte man jedoch einige Hinweise beachten, um bei der Messung vernünftige und nachvollziehbare Werte zu erhalten:

  • Messung sollte in einem ruhigen Moment erfolgen
  • Fünf Minuten vor der Messung sollte man sich entspannen
  • Blutdruckmanschette muss zu Beginn luftleer sein und auf Herzhöhe angebracht werden
  • Messung am Handgelenk: Handgelenk unbedingt auf Herzhöhe halten
  • Bewegen Sie sich während der Messung nicht
  • Führen Sie eine persönliche Blutdrucktabelle

Die Wahl des richtigen Gerätes

Wenn Sie Ihren Blutdruck zuhause messen möchten, dann sollten Sie sich ein zuverlässiges Gerät besorgen, das von Experten empfohlen wird. Keinesfalls sollten Sie lediglich zum günstigsten Blutdruckmesser greifen. Die Deutsche Hochdruckliga verleiht beispielsweise offizielles Prüfsiegel, die die Genauigkeit des Messgerätes garantiert.